Der Bau der 64 begann mit der Herstellung der Rahmenwangen, die aus St 37k gefertigt wurden. Der erste Arbeitsschritt bestand darin, die beiden Rahmenrohlinge miteinander zu verschrauben und dann zu fräsen. Auf diese Weise erleichtert man die Arbeit, denn die Kontur der Rahmenwangen muss so nur einmal gefräst werden und zum anderen erhält man so zwei exakt identische Teile. Auf dem nachfolgenden Bild sind die fertig gefrästen Rahmenwangen, die bereits mittels einiger Bleche verbunden wurden, zu sehen.
Als Tipp sei an dieser Stelle angemerkt, dass sich der Werkstoff St 37k, den ich als Rahmenmaterial gewählt habe, nicht besonders für diese Aufgabe eignet. Aufgrund von Eigenspannungen im Material wird sich dieses nach dem Fräsen der Achslagerführungen extrem verziehen, so dass die Rahmenoberkante später gerade gefräst werden muss. Diesen Arbeitsschritt kann man sich ersparen, indem man St 37-2 verwendet, der zwar eine etwas rauere Oberfläche hat, aber dafür kaum Eigenspannungen aufweist

Das nächste Bild zeigt exemplarisch die Herstellung eines Rahmenverbinders, in diesem Fall den Tankträger. Diese Bleche wurden aus 2 oder 3 mm Blechen gefräst und mit Stahlwinkeln vernietet. Sie sorgen für den genauen Abstand der Rahmenwangen zueinander, dienen zur Versteifung des Rahmens und zum Tragen und Befestigen der Aufbauten, wie zum Beispiel das Führerhaus oder die seitlichen Tanks.

Die nächsten beiden Bilder zeigen verschiedene Rahmenverbinder, die schon mit dem Rahmen verbunden wurden. Noch fehlen allerdings die oben bereits angesprochenen aufgenieteten Stahlwinkel zur Befestigung der weiteren Aufbauten.


Als vorderer bzw. hinterer Rahmenabschluss dient die sogenannte Pufferbohle, die auf dem nachfolgenden Bild zu erkennen ist. Dieses Bauteil wurde aus Stahl gefräst. An der Pufferbohle sind u. a. die Puffer befestigt, die an einer Drehmaschine gefertigt wurden. Weiterhin ist auf dem nachfolgenden Bild zu erkennen, dass der Rahmen mittlerweile um den Rauchkammerträger, ein ebenfalls aus Stahl gefrästes Bauteil, ergänzt wurde.

Nachdem der Rahmen mit allen Trägern und Blechen verschraubt oder auch vernietet war, wurden zum ersten Mal das Führerhaus und die seitlichen Tanks provisorisch mit dem Rahmen verbunden, um zu kontrollieren, ob alles zusammen passt.
Da ich es versäumt habe, Bilder vom Bau der seitlichen Tanks zu machen, möchte ich an dieser Stelle ganz kurz auch auf die Fertigung dieser eingehen. Alle für die seitlichen Tanks benötigten Bleche wurden aus 2 mm starkem Messingblech gefräst. Anschließend wurden mehrere Tausend 2 mm dicke Löcher, nach Koordinaten mittels Fräse, in die Bleche gebohrt. Diese Löcher dienten später zur Aufnahme von Nieten. Daraufhin wurden die Bleche, unter Zuhilfenahme von Winkelprofilen, miteinander weich verlötet. Als letzter Arbeitsschritt erfolgte schließlich das Einsetzen der Niete, die allerdings nur als Attrappe dienen und somit nur vom Tankinneren her dicht gelötet werden mussten. Das aufwendige Ausbilden eines Schließkopfes bei jedem einzelnen Niet konnte auf diese Art und Weise glücklicherweise erspart werden.

Da der Rahmen mit all seinen Bauteilen hauptsächlich aus Stahl besteht, war es nach der Fertigstellung notwendig, diesen zu lackieren und somit vor Korrosion zu schützen. Als Vorbereitung zur Lackierung wurde der Rahmen zuerst gründlich entfettet und gereinigt. Daraufhin wurde mit einem Kompressor und einer Lackierpistole eine Grundierung aufgetragen. Danach folgte die vorbildgerechte Farbgebung mittels Kunstharzlack im Farbton RAL 3000, der wiederum mit einem Kompressor und einer Lackierpistole aufgebracht wurde. Die nächsten beiden Fotos zeigen den fertig lackierten und mit allen Teilen montierten Rahmen.


Die nächsten beiden Bilder zeigen die Pufferbohle, nachdem sie mit einigen Zierteilen versehen wurde. Im Einzelnen sind dies die Bremsschläuche, Heizkupplung, Kupplungsführung und Kuppelhaken. Diese Teile wurden ausnahmsweise nicht selbst hergestellt, sondern von der Firma Knupfer gekauft. Es handelt sich hierbei um Messingfeingussteile in beeindruckender Qualität.


Da auch Lokomotiven in dieser Baugröße entgleisen können, wurden im Nachhinein noch die Bahnräumer der Lok geändert, um im Falle einer Entgleisung Schäden an der Lok zu vermeiden. Wie auf dem Foto zu erkennen ist, wurde am Abschluss der Bahnräumer ein Rundstahl angebracht, der im Entgleisungsfall die Lok vor dem Einsacken ins Schotterbett der Gleise bewahren soll.
