In dieser Rubrik werden Bilder von Bauteilen gezeigt, die sich den anderen Rubriken eindeutig nicht zuordnen lassen, aber dennoch interessante Details einer Dampflok sind. Abgerundet wird diese Rubrik schließlich durch eine ausführliche Dokumentation vom Bau einer Dampfspeisepumpe am Ende dieses Kapitels.
Das erste Bild dieser Seite zeigt die Fertigung der Achspumpen. Diese Pumpen befinden sich zwischen den Rahmenwangen und werden bei rollender Lok über Excenter, welche auf der Treibachse befestigt wurden, angetrieben und fördern hierdurch Wasser in den Kessel. Die Fördermenge lässt sich über Bypassventile, dem Wasserbedarf entsprechend, einstellen.

Auf dem nächsten Bild sind die Excenter und Excenterringe, die zum Antrieb der Achspumpen dienen, zu sehen.

Hier sieht man die als Lötkonstruktion entstandene Handpumpe. Bei dieser Pumpe handelt es sich, genau wie bei den Achspumpen, um eine Kolbenpumpe mit zwei Rückschlagventilen. Im normalen Betrieb wird mit dieser Pumpe kein Wasser in den Kessel gespeist. Sie ist nur für den Notfall gedacht, wenn die andern Speiseeinrichtungen, wie Injektor, Achspumpen oder Dampfspeisepumpe aus irgendeinem Grund nicht in der Lage sind, Wasser in den Kessel zu speisen. Beim Vorbild gabt es allerdings weder Achspumpen noch eine Handpumpe. Dort wurde das Wasser ausschließlich per Injektor oder Dampfspeisepumpe in den Kessel gefördert.

Versteckt wird die oben beschriebene Handpumpe im hinteren Werkzeugkasten, der sich bei Bedarf nach hinten wegklappen lässt.

Neben den bereits vorgestellten Speiseeinrichtungen besitzt die 64 zusätzlich noch einen Injektor, auch Dampfstrahlpumpe genannt. Zu sehen ist diese Bauteil, welches käuflich erworben wurde, in der Mitte des nächsten Bildes. Die Funktion eines Injektors hier genau zu beschreiben, würde den Rahmen dieser Homepage sprengen, daher gibt’s an dieser Stelle nur eine kurze und auch nicht ganz korrekte Erklärung.
Kaltes Wasser fließt dem Injektor drucklos zu. Im Injektor befindet sich eine Düse, durch die Dampf in das kalte Wasser geblasen werden kann, wobei der Dampf sofort zu Wasser kondensiert. Durch diesen Vorgang erreicht das Wasser eine bestimmte Strömungsgeschwindigkeit, die so hoch werden kann, dass das Kesselspeiseventil aufgedrückt und somit Wasser in den Kessel gespeist wird.

Zum besseren Verständnis zeigt das folgende Bild einen von mir konstruierten Modellinjektor in Schnittdarstellung. Die praktische Realisierung dieser Konstruktion scheitert bisher an der Herstellung der winzigen (0,5 mm) konischen Reibahlen, welche zum Räumen der einzelnen Düsen unbedingt notwendig sind.

Die folgenden Bilder zeigen den Bau des Führerhauses. Dieses wurde aus abgekanteten 2 mm Blechen, die mit Stahlwinkeln vernietet wurden, hergestellt. Da ich zum damaligen Zeitpunkt noch keine Rundbiegemaschine besaß, wurde das Dach, welches ebenfalls aus 2 mm Blech bestand, von Hand gebogen.

Bei der Fertigung des Kohlenkastens musste wieder auf den Werkstoff Messing zurückgegriffen werden, da der untere Teil, genau wie die beiden seitlichen Tender, als Wasservorrat dient und somit rostfrei sein muss.
Als alle Bleche für den Kohlenkasten zugeschnitten waren, wurden diese, nachdem die Nietlöcher eingebracht worden waren, unter Zuhilfenahme von MS-Winkeln weich miteinander verlötet.

Nach Fertigstellung des Kohlenkastens sowie des Führerhauses wurde der Steuerbock montiert. Dieses Bauteil trägt die Umsteuerspindel, mit der später über ein Handrad die Fahrtrichtung der Lok und der Füllungsgrad der Zylinder bestimmt werden können.

Jedes noch so gut gebaute Modell sieht unfertig und fremdartig aus, wenn die Beschriftungen fehlen oder nicht vollständig sind. Da dieses Thema schon allein eine ganze Homepage füllen könnte, habe ich mich entschlossen, diesen Bereich unter „Tipps und Tricks“ > „Beschriftung“ etwas ausführlicher zu behandeln.
Das untere Foto zeigt selbst geätzte Schilder am Führerhaus.

Eine Pfeife darf an einer Dampflok natürlich nicht fehlen, aber eine im Maßstab 1:11 verkleinerte Pfeife würde keinen richtigen und durchdringenden Ton erzeugen. Dieses Bauteil musste also im Modell wesentlich größer ausgelegt werden. Damit die „Riesenpfeife“ an der Lok nicht auffällt, wurde diese im linken Hauptluftbehälter, der unten aufgefräst wurde, versteckt.

In ferner Zukunft ist geplant, einen funktionsfähigen Turbogenerator zu konstruieren, um den für die Lampen benötigten Strom von der Lok selbst zu erzeugen. Bis dahin werden die Lampen über drei Akkus, die im rechten Hauptluftbehälter Platz gefunden haben, versorgt. Um einen ständigen Akkutausch zu vermeiden, wurde im Führerhaus eine Ladebuchse angebracht, über die sich die Akkus per Steckerladegerät und ohne Demontage aufladen lassen.


Kurz vor Fertigstellung der 64 wurde sie noch mit zahlreichen Details versehen, deren Auflistung den Rahmen dieser Homepage sprengen würde. Daher werden hier nur einige vorgestellt, wie z. B. die Verglasung der Führerhausfenster. Als „Glas“ dienten hier ausgediente CD-Hüllen. Besonders interessant war auch die Herstellung der runden Gläser für die Lampen. Dieses Thema wird ausführlich unter „Tipps und Tricks“ in der Rubrik „Herstellung runder Lampengläser“ behandelt.
Das zweite Bild zeigt ein Beispiel für das Anbringen von Zierleitungen an der Lok. In diesem Fall handelt es sich um die Fallrohre des Sandstreuers.


Da die Baureihe 64 im Maßstab 1:11 mit ca. 100 kg bereits so schwer und groß ist, dass sie sich nicht mehr im Kofferraum eines PKWs unterbringen lässt, bleibt nur die Beförderung per PKW-Anhänger. Um die Lok bei einem solchen Transport vor Beschädigungen zu schützen und leichter verladen zu können, wurde ein Transportgestell entwickelt. Dieses wurde, wie auf dem nächsten Bild ersichtlich, aus Rechteckrohren geschweißt. Der Abstand der beiden Längsrohre entspricht exakt der Spurweite der Lok, sodass sie dort genau wie auf Schienen abgestellt werden kann. Vervollständigt wurde das Transportgestell durch Tragegriffe und Rollen.

Damit die Lok nun festen Halt auf dem Gestell bekommt, wurde eine Holzkiste gebaut, die an den Stirnseiten mit Schlitzen versehen ist. Diese wird nun über die Lok gestülpt, sodass sich die Pufferteller außerhalb und die Pufferhülsen genau in den Schlitzen der Kiste befinden. Nun muss die Holzkiste mit dem Gestell verschraubt werden, und die Lok ist absolut sicher für den Transport auf dem PKW-Anhänger verpackt.
